Digitale Essensbestellung schafft mehr Zeit für Pflege und Betreuung
Digitalisierung, die im Alltag ankommt: In der AWO Senioreneinrichtung „Faberschloß“ in Schwarzenbruck wird die Essensbestellung jetzt digital per iPad erfasst. Die Mahlzeiten werden anschließend individuell in der Küche zusammengestellt und auf persönlichen Tabletts bereitgestellt. Das entlastet die Mitarbeitenden, verbessert die individuelle Versorgung und schafft vor allem eines: mehr Zeit für Pflege und persönliche Betreuung.
Individuelle Essenswünsche direkt digital erfasst
Mit der Software Easy Order werden die Essenswünsche direkt bei den Bewohner*innen aufgenommen. Neben der Auswahl der Speisen können auch persönliche Vorlieben, Allergien und besondere Zubereitungswünsche hinterlegt werden. Die Informationen stehen anschließend direkt für die Küche zur Verfügung. Papierlisten und das mehrfache Übertragen von Bestellungen gehören damit der Vergangenheit an.
Weniger Aufwand – mehr Zeit für die Bewohner*innen
Besonders deutlich zeigt sich die Veränderung bei der Essensverteilung. Frühstück und Abendessen mussten früher auf den Wohnbereichen vorbereitet, portioniert und verteilt werden. Dafür waren häufig zwei Mitarbeitende zwischen einer und eineinhalb Stunden pro Station gebunden. Heute werden die Mahlzeiten zentral in der Küche anhand der digitalen Bestellungen zusammengestellt. Jede*r Bewohner*in erhält ein individuell vorbereitetes Tablett. So reduziert sich der Aufwand für die Essensverteilung auf rund 30 Minuten. Die gewonnene Zeit kann direkt für die Pflege und Betreuung genutzt werden – beispielsweise für die Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme, pflegerische Aufgaben oder ein persönliches Gespräch.
Individuell versorgt und sicherer
Die digitale Bestellung bringt auch Vorteile für die Versorgungssicherheit. Hinterlegte Informationen zu Allergien, Vorlieben und Zubereitungsformen können bereits bei der Zusammenstellung berücksichtigt werden. Dadurch wird die Essensversorgung individueller und weniger davon abhängig, dass alle Mitarbeitenden auf dem Wohnbereich sämtliche persönlichen Essensgewohnheiten der Bewohner*innen kennen.
Weniger Lebensmittel- und Verpackungsmüll
Auch beim Thema Nachhaltigkeit macht sich die Umstellung bemerkbar. Durch die genauere Bestellung und Portionierung können Lebensmittel gezielter eingesetzt werden. Im „Faberschloß“ konnte die Menge des anfallenden Nassmülls bereits so deutlich reduziert werden, dass eine Abfalltonne abbestellt werden konnte. Auch Verpackungsmüll wird eingespart. Kleine Einzelverpackungen, beispielsweise für Butter, Margarine oder Marmelade, werden weitgehend vermieden. Stattdessen portioniert die Küche die benötigte Menge direkt aus größeren Gebinden.
Ein Konzept mit Zukunft
Die Erfahrungen im „Faberschloß“ zeigen: Digitalisierung muss im Pflegealltag nicht kompliziert sein. Weniger Aufwand bei der Essensversorgung, mehr individuelle Betreuung und ein bewussterer Umgang mit Lebensmitteln: Das Projekt verbindet Digitalisierung mit einem ganz praktischen Ziel – mehr Zeit für die Menschen.
Und das ist erst der Anfang: Nach der erfolgreichen Umsetzung im „Faberschloß“ soll das Konzept Schritt für Schritt auch in unseren weiteren Senioreneinrichtungen eingeführt werden.